Diese drei Marketingstrategien sind für den Erfolg deiner Musik wichtig

Handelst du einfach aus dem Bauch heraus?

Weißt du genau was du tust?

Kannst du deine Strategie genau formulieren?

Viele verschenken ihr Potential, indem sie unbewusst eine Marketingstrategie verfolgen, ohne es zu wissen. Um nicht nur in der Musik, sondern auch in der Vermarktung alles zu geben, solltest du deine Strategie bewusst erfassen, ausarbeiten und befolgen. Doch wie geht das?

Marketingstrategien helfen dir dabei, die entsprechenden Marketing-Instrumente zu wählen, um deine Ziele zu erreichen.

Plattenfirmen platzieren ihre Künstler auch nicht zufällig im Markt, da die Gefahr von Verlusten und Misserfolg viel zu groß wäre.

Ob du gerade erst Fuß fassen möchtest oder bereits beachtliche Erfolge verzeichnen kannst spielt dabei keine Rolle. Je mehr Produkte, CD’s, Verkaufsartikel etc. du jedoch auf den Markt bringst, desto wichtiger wird eine wohldurchdachte Strategie.

Auf dem Musikmarkt geht es um zahlreiche Produkte und Dienstleistungen. Neben der Musik gehören dazu z.B. auch Konzerte und Merchandise. Du solltest dir jedoch bewusst sein, dass Strategien sich durch eine langfristige Orientierung auszeichnen.

 

Diese drei gängigen Strategien solltest du kennen:

  1. Wettbewerbsstrategie
  2. Marktsegmentierungsstrategie
  3. Wachstumsstrategie

Die Wettbewerbsstrategie

Die Wahl der Wettbewerbsstrategie entscheidet über deine grundlegende strategische Ausrichtung. Damit legst du fest, wie du dich im Vergleich zu deinem Wettbewerb positionierst.

Ziel bei dieser Strategie ist die Schaffung bzw. Erhaltung von Wettbewerbsvorteilen.

 

Das wohl bekannteste Konzept dazu stammt von Michael E. Porter.

Dabei sind für Künstler und Bands die Differenzierungsstrategie und Fokussierungsstrategie von Bedeutung.

 

Differenzierungsstrategie:

Bei der Differenzierungsstrategie hebst du dich durch Einzigartigkeit bzw. durch ein Alleinstellungsmerkmal von deinen Wettbewerbern ab. Das kann z.B. ein neues Stilelement in deiner Musik, eine neuartige Bühnenshow oder ein einzigartiges Outfit sein.

Risiken stellen sich dabei insofern dar, dass die angestrebte Einzigartigkeit immer noch abhängig von den subjektiven Empfindungen deiner Kunden (Fans, Veranstalter, …) ist. Auch können deine Konkurrenten dieses Alleinstellungsmerkmal kopieren.

Als Lösung wird meist die Etablierung eines bestimmten, nachhaltigen Images angestrebt. Bei dieser Strategie sind vor allem Kreativität, Zeitgeist und Know-How gefragt.

 

Fokussierungsstrategie:

Du kannst dir aber auch als Ziel setzen, dich in einem spezifischen Teil- oder Nischenmarkt zu positionieren. Der Konkurrenzvorteil ergibt sich durch die Anvisierung eines engeren Marktsegments mit genau definierter Zielgruppe. Dadurch kannst du ein besseres Verständnis für deine Kunden erlangen und gezielter auf diese eingehen.

Wenn ihr z.B. nur Hochzeiten spielt, nur in einer bestimmten Region auftretet, oder ausschließlich Kinderlieder zu Gehör bringt. Dabei könnt ihr z.B. viel genauer auf die Bedürfnisse des Brautpaars oder die regionalen Traditionen eingehen.

Die Gefahr ist natürlich, dass ihr Marktanteile und Umsatz verschenkt.

Die Marktsegmentierungsstrategie

Marktsegmente-Marktsegmentierungsstrategie

Marktsegmentierung bedeutet die Aufteilung des Marktes in einzelne Segmente.

Verfügst du über gute Kenntnisse der Branche deiner Zielgruppe und der Konkurrenz, kannst du ein „konzentriertes Marketing“ in Erwägung ziehen. D.h. aus den verschiedenen identifizierten Marktsegmenten wählst du eines oder wenige Segmente aus, um dies(e) zu bearbeiten. Somit kannst du dich fokussieren und besser auf deine Kunden eingehen.

Oft ist dieser Schritt notwendig, bevor du überhaupt eine Differenzierung (siehe Wettbewerbsstrategie) anstreben kannst. Die Marketingaktivitäten können sich damit auf den Kundentypus konzentrieren, der für deine Ziele am interessantesten ist.

 

Definition der Marktsegmente:

Der Gesamtmarkt soll nach bestimmten Kriterien in einzelne Kundengruppen unterteilt werden. Diese sollten bzgl. ihrer Merkmale und ihres Verhaltens möglichst homogen sein. Die Unterteilung kann dabei erfolgen nach:

 

  • Geografische Merkmale (Stadt, Region, Bundesland, Stadtgröße)
  • Demografische Merkmale (Alter, Geschlecht, Familienstand)
  • Sozioökonomische Merkmale (Bildungsstand, Einkommen, Beruf)
  • Psychografische Merkmale (allg. Einstellung, Lebensstil, Motivation)
  • Kaufverhaltensorientierte Merkmale (Preissensibilität, Kaufverhaltensmuster, Markentreue)

Je mehr Zuhörer du erreichst, desto eher werden sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Typen herauskristallisieren. Diesen Typ kannst du dann erfassen und dich darauf ausrichten. Dabei solltest du stets im Hinterkopf behalten, dass auch hier wieder das Wissen über deine Kunden und deren Bedürfnisse das Wichtigste ist.

Marktfeldstrategie

Irgendwie kommst du nicht mehr weiter. Ist nun Endstation? Nicht mit der richtigen Strategie!

Du hast deine erste CD fertig gestellt und jeder aus deinem Freundes- und Bekanntenkreis kennt deine Musik. Auch mit einigen Auftritten in der Region hast du dir einen Namen gemacht.

Kern dieses Ansatzes ist die Frage, auf welchen Marktfeldern du tätig sein möchtest. Die „Produkt-Markt-Matrix“ von Ansoff stellt die Möglichkeiten dar, welche Strategien sich dir bieten.

  • Marktdurchdringung: Gewinnung von Marktanteil mit bestehenden Produkten/Dienstleistungen. Wenn du z.B. deinen Bekanntheitsgrad in deinem bestehenden Gebiet ausbauen möchtest und noch keine Sättigung erreicht ist. Dafür sind in der Regel neue Werbekonzepte nötig, um mehr Fans etc. zu erreichen.

 

  • Marktentwicklung: Schaffung neuer Absatzmärkte für deine bestehenden Produkte. Durch das Betreten neuer Marktsegmente oder neuer geographischer Gebiete kannst du neue Zielgruppen gewinnen. Durch z.B. Unplugged Konzerte kannst du neue Fans gewinnen. Für den Einstieg in neue Gebiete sind Kooperationen mit anderen Bands oder Managements erfolgversprechend.

 

  • Produktentwicklung: Produktinnovationen oder -Variationen können neue Kunden im bestehenden Markt anlocken. Besonders wenn du eine Nische bedienst ist das eine gute Möglichkeit. Die Produktion eines neuen Albums, Angebot von Remix-Versionen deiner aktuellen Songs oder ein neues Live-Konzept sind Möglichkeiten dieser Strategie.

 

  • Diversifikation: Ein neues Produkt bei gleichzeitiger Erschließung eines neuen Marktes ist mit einem hohen Risiko verbunden. Dies erscheint jedoch z.B. sinnvoll, wenn du in dem englischsprachigen Raum Fuß fassen möchtest und dafür englische Lieder benötigst.

 

Grundsätzlich solltest du besonders zu Beginn die erwirtschafteten Einnahmen reinvestieren, um deine Strategie auszubauen (Produktion von T-Shirts, Kauf neuer Bühnenoutfits, Produktion eines neuen Albums, …).

T-Shirts sind z.B. nach wie vor ein bewährtes Werbemittel. Die Fans, die diese tragen, fungieren sozusagen als wandelnde Werbesäulen. Die Qualität sollte dabei immer stimmen. Ist ein T-Shirt von schlechter Qualität, färbt das zwangsläufig auch auf dein Image ab.

Doch egal was du machst, es muss immer zu deiner Zielgruppe passen. Entscheidend ist auch die Absicht dahinter. Diese muss nicht immer finanzieller Natur sein. Auch z.B. Imageaufbau, Beziehungspflege oder Kundenbindung können das Ziel sein.

Wie geht es weiter?

Im nächsten Teil der Serie widmen wir uns den Marketinginstrumenten, mit denen du die 1. Geige spielst.